Um den komplexen Entwicklungsprozess in den Griff zu bekommen, bedarf es eines Planes - eines Vorgehensmodells. Dabei unterteilt man in klassische und agile Vorgehensmodelle.

Grundsätzliches

Im Allgemeinen unterteilt ein Vorgehensmodell den Entwicklungsprozess in überschaubare, zeitlich und inhaltlich begrenzte Phasen und organisiert die einzelnen Entwicklungsschritte. Diesen einzelnen Schritten werden dann wiederum entsprechende Methoden und Techniken zugeordnet. Dabei ist es stets das Ziel, die in einem Entwicklungsprozess auftretenden Aufgabenstellungen und Aktivitäten, in eine sinnvoll logische Abfolge zu bringen.  Mit seinen Festlegungen stellt ein Vorgehensmodell ein organisatorisches Hilfsmittel dar, welches dann für ein konkretes Projekt durch ein Tailoring adaptiert werden muss.

Klassische Vorgehensmodelle

Unter den „klassischen Vorgehensmodellen“ verstehen wir detailliert ausgearbeitete Vorgehensweisen, die den Projektbeteiligten konkrete Arbeitsanweisungen an die Hand geben. Die klassischen Vorgehensmodelle grenzen sich von den agilen Vorgehensmodellen dadurch ab, dass sie sehr „statisch“ sind und sehr genaue Vorgaben machen, wann und auf welche Weise Artefakte zu erstellen sind. Die zwei wohl bekanntesten „Klassiker“ sind das V-Modell XT, ein behördenspezifischer, prozessorientierter Standard für das Planen und Durchführen von Projekten, wie z.B. die Entwicklung von Systemen, und der RUP®. Der RUP® (Rational Unified Process) ist ein von der Firma Rational entwickeltes, methodenabhängiges Vorgehensmodell, das sehr stark mit der UML verbunden ist. 1997 veröffentlicht wurde der Standard seitdem kontinuierlich weiterentwickelt.

RE in klassischen Vorgehensmodellen

Requirements-Engineering (RE) ist ein integraler Bestandteil eines jeden klassischen Vorgehensmodells. Dabei wird das Ziel verfolgt, möglichst alle Anforderungen innerhalb einer am Anfang des Projekts liegenden Phase, vollständig zu definieren. Damit soll erreicht werden, dass alle anschließenden Phasen eine möglichst gute Ausgangsbasis vorfinden. Da dies jedoch oft schwer erreichbar ist, sind auch Rücksprünge möglich. Trotzdem ist dies ein legitimes Ziel für die Analysephase, so dass zur Erstellung eines Satzes von qualitativ hochwertigen Anforderungen, meist ein hoher Umfang von Ermittlungs-, Dokumentations- und Prüftechniken des Requirements-Engineering zum Einsatz kommt.

Einführungsstrategien

Unabhängig davon, ob sie nun Requirements-Engineering innerhalb eines existierenden Vorgehensmodells oder ein komplettes Vorgehensmodell selbst einführen wollen, benötigen sie eine durchdachte, vollumfängliche Einführungsstrategie. Innerhalb dieser Strategie muss u.a. festgelegt sein, welche Personen den Change begleiten bzw. vorantreiben sollen, wie das interne Marketing aussehen soll, wie den verschiedenen Teams neues Wissen/Methoden vermittelt werden soll, wie sie den aktuellen Zustand der Einführung überwachen usw. Viele kleine Einzelbausteine, die alle erfüllt sein müssen, um den Change innerhalb einer Organisation erfolgreich zu gestalten. Das wichtigste jedoch ist: Ein Einführungsprojekt ist kein Sprint, sondern ein Marathon, den es durchzuhalten gilt!

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